TuS Ahbach - SG Walsdorf 0:2 (0:0)

von Klaus Müller

Bericht aus dem TV vom 14.09.26

Marco Michels und sein Schuss ins Glück

Fußball-Bezirksliga West: Es war das ersehnte Wiedersehen der beiden Nachbarn aus der Vulkaneifel: Erstmals nach knapp fünf Jahren standen sich der TuS Ahbach und die SG Walsdorf wieder in einem Punktspiel gegenüber. Nach der Partie kamen die Hausherren zu einer bitteren Erkenntnis.
 
 

Leudersdorf Als der TuS Ahbach am 21. November 2021 im Rückrundenspiel der Kreisliga A Eifel gegen die Vereinigten aus Walsdorf, Berndorf, Hillesheim und Wiesbaum einen 6:2-Heimsieg gefeiert hatte, ahnte wohl keiner der damals Anwesenden, dass dies für lange Zeit das letzte Spiel der beiden Nachbarn gewesen sein sollte. Die SG Walsdorf stieg nach dieser Saison in die Kreisliga B ab und der TuS Ahbach in der Folgesaison als Meister in die Bezirksliga auf. In der Vorsaison wurde das Derby durch die Staffeleinteilung verhindert. Doch in dieser Saison klappt es wieder – beide treffen in der Bezirksliga West aufeinander.

Das Bezirksligaspiel hält, was es versprochen hatte: Die Vorfreude, aber auch die Anspannung, waren den Akteuren der Partie am Samstagabend in der Anfangsphase deutlich anzumerken. Packende Zweikämpfe, emotional mitgehende Zuschauer und zwei hoch motivierte Mannschaften, die das Spiel unbedingt gewinnen wollten: Das Derby hielt von Beginn an, was es versprochen hatte.

Die erste Möglichkeit hatten die Gastgeber in der vierten Minute, als im Anschluss an einen Eckball von der linken Seite durch Jan Clausen der Ball zu Paul Krämer kam, dessen Schuss aus spitzem Winkel und kürzester Distanz aber kein Problem für Walsdorfs Torhüter Justus Köhler war. Die Heimelf blieb gerade bei Ecken sehr gefährlich. So musste Köhler nach 20 Minuten einen Kopfball von Nils Müller zur Ecke abwehren. Fast im Gegenzug dann der Schreckmoment auf der anderen Seite: Im Ahbacher Strafraum brannte es lichterloh, und Lukas Duvivier traf aus kürzester Entfernung nur den Pfosten.

Nach der Pause wird das Derby intensiver: Der souverän leitende Unparteiische Yannick Horten kam 55 Minuten ohne gelbe Karte aus, musste dann aber die erste von insgesamt sieben Verwarnungen aussprechen. Die Folge waren noch bissiger geführte Zweikämpfe und der eine oder andere Freistoß an der Strafraumgrenze für beide Mannschaften. So war es Walsdorfs Spielertrainer Marco Michels, der in der 65. Minute aus halblinker Position und etwa 25 Metern Torentfernung den Ball ins rechte Eck zirkelte und für die viel umjubelte Führung der Gäste sorgte. Der Torschütze erklärte nach dem Spiel: „Eigentlich wollte ich über die Mauer schießen, habe aber im letzten Moment gesehen, dass der Torwart noch einen Schritt indie Mitte gemacht hat. Deshalb war das Torwarteck etwas auf und ich habe den Ball dann rechts reingezogen.“

Die Vorentscheidung fiel in der 77. Minute: Jannik Hennes traf nach schöner Rechtsflanke von Marco Hattenrath per Kopf ins lange rechte Eck zum 0:2. In der Folgezeit hatten die Walsdorfer weitere Chancen durch Marco Michels (81.), Leon Bauer (82.) und erneut Michels mit einem Kopfball an die Latte (84.). So blieb die Partie aber bis in die fünfminütige Nachspielzeit hinein spannend, in der die Heimmannschaft durch Stürmer Paul Krämer zwei gute Möglichkeiten nicht nutzen konnte.

Das sagen die Trainer: Thorsten Hermes, neben Daniel Clausen und Nico Mauren Trainer des TuS Ahbach, bewertete das Spiel nach dem Abpfiff realistisch: „Die erste Halbzeit war recht ausgeglichen. Beide Mannschaften sind nervös gestartet. Keiner wollte verlieren. Wir hatten zwei gute Chancen zu Beginn, Walsdorf den Pfostenschuss. Es zieht sich im Moment ein bisschen durch wie ein roter Faden - wieder hatten wir zwei individuelle Fehler, die das Derby letztendlich entschieden haben. Als Mannschaft haben wir es aber gut gemacht heute.“

Zur Wahrheit gehöre indes auch, dass man Abgänge von Leistungsträgern vor der Saison hatte, die nicht eins zu eins ersetzt werden konnten. „Wir haben einen ganz anderen, schmalen und jungen Kader in diesem Jahr. Walsdorf ist auch nicht unsere Kragenweite“, lautet die bittere Erkenntnis von Hermes - und er blickte bereits voraus: „Jetzt kommen zwei Abstiegsendspiele gegen Kylltal-Birresborn und Niederemmel. Da müssen wir punkten. Ziel ist es, die Klasse mit Ach und Krach zu halten.“

Sein Gegenüber Marco Michels war zufrieden: „Wir hatten mehr Spielanteile in der ersten Halbzeit, Pech beim Pfostenschuss von Lukas Duvivier, aber auch Glück nach einem Eckball, als Ahbach die Chance hatte, in Führung zu gehen. Wir sind rundum zufrieden, haben das zweite Mal zu null gespielt und stehen jetzt mit fünf Gegentoren in sechs Spielen als beste Defensive der Liga da.“

TuS Ahbach – SG Walsdorf 0:2 (0:0) TuS Ahbach: A. Bernardy – Hertel (73. Nelles), J. Müller, Cläsgens, N. Mauren (86. P. Bernardy) – D. Clausen, Grün (66. N. Clausen), J. Mauren, Mauer – Krämer, N. Müller (66. Hermes)

SG Walsdorf: Köhler – Kill (88. Bungartz), Bleser, Hennes (80. Lutz Bauer), T. Müller (56. Lender) – Hattenrath (90. + 2 Gurin), Leon Bauer, Duvivier, Fritz – Goebel, Michels (85. Mathar) Schiedsrichter: Yannick Horten (Wallenborn)

Zuschauer: 300

Tore: 0:1 Marco Michels (65.), 0:2 Jannik Hennes (77.)